Wer am Abend des 16. März 2008 das Politmagazin "Anne Will" im ARD-Fernsehen verfolgte, welches sich mit der Arbeitslosigkeit befasste, konnte erfreut feststellen:

"ein neuer Heiland ward geboren".

Sein bürgerlicher Name lautet:

Wolfgang Clement (noch SPD),

ehemaliger Bundesminister in der Regierung Schröter. Mit welcher Arroganz besagter Herr Clement seine Meinung und Statements abgab, wie er ehemalige Parlamentskollegen versuchte "abzuwatschen" ist selbst eines Politikers, von denen wir ja einiges gewöhnt sind, unwürdig.

Leider hat Herr Clement offenbar vergessen, bei der "Beweihräucherung" von Hartz IV, daß es in der Bundesrepublik vor 50 Jahren eine Arbeitslosenzahl von unter 1 Million gab. In Relation zur heutigen Einwohnerzahl gebracht, würde das etwa 1,5 Millionen Arbeitslose für heute ergeben.

Wenn also für Herrn Clement eine Arbeitslosenzahl von über 3 Millionen ein großer Erfolg ist, dann scheint die soziale Marktwirtschaft doch nicht das "non-plus-ultra" der Gesellschaftsform zu sein. Immerhin waren es alle gesellschaftlichen Kräfte, Parteien, Gewerkschaften und Industrie, die diese Entwicklung erst ermöglichten.

Herr Clement, vielleicht darf ich Sie zum Schluß meiner Ausführungen noch darauf aufmerksam machen, daß es nicht als erste ihr Parteifreund Schröter mit ihrer Unterstützung waren, die die eingetretene Entwicklung bekämpft haben, sondern bereits vor 50 Jahren hat ein Ludwig Ehrhardt, erfolgreicher Wirtschaftsminister und auch Bundeskanzler, diese Entwicklung vorhergesehen, indem er seine "Maßhalten-Appelle" an alle gesellschaftlichen Kräfte, inklusive der Industrie richtete und kaum Gehör fand - Wählerstimmen waren auch seinerzeit schon wichtiger als eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung.

Apropo Wählerstimmen: diese Thematik, inklusive des Parteienstreits könnte ein neues Kapitel in dieser Domain werden. Schaun mir mal...