...offener Brief an die Bundeskanzlerin...oder
...der "Aufschwung" geht an kleinen Läden vorbei...
In den folgenden Zeilen
werden Sie selbst lesen, dass ich meine Mitteilung sehr kurz und knapp halte,
da die Komplexität des Problems, oder der Probleme hier nicht wirklich Platz finden.
Umso mehr hoffe ich, dass auch der Leser etwas weiter über die Zeilen hinaus
denken wird.
Mit Besorgnis sehe nicht nur
ich, sondern auch viele meiner Mitmenschen, die zunehmende Fehlentwicklung des
Marktes vor allem im ländlichen Bereich. Besonders in Sicht auf den Einfluss
großer Konzerne. Seit Jahren entwickeln sich die wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen für Einzelhandelsläden ins Negative. Setzt sich diese Tendenz
fort, dann werden auch diese Läden in absehbarer Zukunft nicht mehr existieren.
Man verkennt wahrscheinlich schon viel zu oft die wichtige wirtschaftliche
Bedeutung von Einzelhandelsläden für die strukturelle Verteilung von Kapital. Was wiederum die Grundlage mit bildet für Arbeitsplätze etc. Der
von Ihnen propagierte Aufschwung kommt deswegen, im Kleinen, nicht an, da Sie und Ihre Kollegen wohl viel
mehr damit beschäftigt sind Politik für die Großen zu machen. Sie machen Aufschwung für die Großen! Warum
ist das so?
Der Faktor Kaufkraft als
Ressource eines Einzelhandelsladens setzt sich aus der Anzahl der potenziellen
Kunden in dessen Einflussbereich und deren individueller Kaufkraft zusammen.
Die Politik die anhaltend betrieben wird sorgt dafür, dass Kunden weniger Geld
zur Verfügung haben, dass Sie wegziehen, dass sie öfter Schulden erzeugen und
das ihre Lebenssituationen an Substanz verlieren – sie werden unsicher. In
diesem Fall betrachtet veranlasst es den
Kunden, Waren immer mehr als Luxusgüter wahrzunehmen, vor allem die von
Einzelhandelsläden (Tante-Emma-Laden etc.), die er sich nur noch bedingt leisten kann und
will.
Großkonzerne, die wir alle
kennen, die plötzlich in Handelssektoren vordringen, die nicht Ihr eigen Milieu
sind, nutzen Ihre Marktmacht, Kapital, schamlos aus und schädigen
Ladengeschäfte im großem Stil. Ein Ladengeschäft kann nicht die Mittel
aufbringen, die ein Großkonzern plötzlich parat hat, um mit Dumping- Preisen
und Lockangeboten Kunden von Ladengeschäften wegzuziehen. Nach Auffassung
vieler Geschäftspartner nennt man so etwas unfairer oder unlauterer Wettbewerb.
Eine kartellrechtliche Frage, ohne Zweifel.
Auf der einen Seite sorgt die
Politik dafür, dass durch u.a. hohe Steuern, der Geldbeutel knapp wird. Auf der
anderen Seite nutzen Großkonzerne ihre Kapital aus um billigst Angebote zu
erzeugen. Der Kunde orientiert sich durch seinem Ressourcenmangel natürlich immer mehr an die Großkonzerne. Die
Folgen sind, dass zunehmend die Struktur der Ladengeschäfte weg bricht. Sehr
deutlich und Ernst ist die Situation schon in ländlichen Gebieten. Die Politik
betreibt zunehmend eine ungleichmäßige Verteilung von Kapital. Einzelhandelsläden
können sich keine Arbeitskräfte mehr leisten, u.a.
Großkonzerne rationalisieren
den Markt, sie betreiben Raubbau genau genommen, genauso wie Sie es
innerbetrieblich tun um möglichst hohe Renditen zu erreichen. Die Folgen kennen
Sie ja selber besser. Unser System setzt auf alte unflexible Strukturen, statt
auf dynamische. In der Natur wäre ein solcher Organismus nicht lebensfähig und
kein vernünftiger Haushalt wirtschaftet auf diese Art. Ganz zu schweigen von
dem Problem, dass Politiker keine gewisse Objektivität und Umsichtigkeit wahren.
Der Einfluss der Wirtschaft in der Politik ist doch durchaus so stark, dass man
sich als Bürger fragt, warum denn nicht gleich Konzerne auf dem Wahlzettel
stehen.
Ich habe mal gelernt, dass
die Politik nur die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft vorgibt, aber selbst
nicht in diese eingreifen darf. Andersherum gilt das anscheinend nicht. Das hat
man wahrscheinlich vergessen zu erwähnen.
Warum macht die Politik so
etwas?
Wenn Sie dem Problem von Arm
und Reich, demographische Entwicklung etc. begegnen wollen, wieso machen Sie
dann noch Politik für alte Strukturen und Denkweisen, die die heutige Situation
eigentlich erzeugt haben? Sie wissen es selbst nicht und darum rennen Politiker
in Talkshows - geben sich der Lächerlichkeit preis und belächeln damit eigentlich
die brisante Situation von Millionen von Menschen. Ist das seriös? Nein. Wird
sich in Zukunft etwas ändern? Nein. D.h. auf zur nächsten großen
Wirtschaftskrise, oder man fängt einen Krieg an. Das schafft auch Kapital und
Arbeitsplätze, das bringt auch gewisse Umverteilungen. Seit je her packt die
Menschheit diese Art Problemen immer wieder mit den selben archaischen Mitteln
an. Das ist einfach nicht mehr Zeitgemäß! Der Preis, das menschliche Leben das dahinter steht, ist zu hoch.
Kant würde sich im Grab umdrehen…
P.S.: Aufgrund das viel zu
oft in Polit-Talkshows über das Thema Elite diskutiert wird und wer zu dem nun
eigentlich zählen darf folgendes:
Eine Elite ist ein Mensch der
in umsichtiger Weise sein Umfeld in jeglicher Hinsicht in positiver Weise an seiner Entwicklung
teilhaben lässt. Elitär verhält sich daher der Mensch der dazu beiträgt, dass
das Niveau des Ganzen wächst.
JK
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