Was ist nur mit der Politik los und den Personen, die man landläufig Politiker nennt? Wegen einer außerplanmäßig und vorschnell angekündigten "gewaltigen" Rentenerhöhung - macht bei mir knapp 5 Euro monatlich aus - hat man schnell die Schuldigen für eine mögliche Dämpfung des wirtschaftlichen Aufschwungs gefunden, nämlich den

Buhmann Rentner

Dabei zeichneten sich besonders jüngere Abgeordnete aus, die diese Rentenerhöhung als "Schlag gegen die jüngere Generation" sahen.

Selbstredend fand man ganz schnell auch ein paar Wirtschaftsfachleute, die in das gleiche Horn geblasen haben. Schnell machte man auch eine Rechnung auf, wie viel Milliarden diese "drastische Rentenerhöhung" dem Staat und damit dem Steuerzahler jährlich kosten wird.

Leider vergaß man im gleichen Moment zu erwähnen, wie viel die finanziellen Fehlspekulationen bei den Banken und Investmenthäusern, die zur Pleite oder fast zur Pleite einiger Häuser führte, wie viel also diese, vorsichtig ausgedrückt, unsicheren Spekulationen den Steuerzahler kosten wird. Wenn sogar der Chef der Deutschen Bank davon spricht, daß hier die Selbstreinigungungskräfte des Marktes nicht mehr ausreichen, um dieses Dilemma wieder ins Lot zu bringen und das zur Regulierung der Staat gefordert sei. Welche Summen möglicherweise dazu notwendig sind weiß im Moment keiner zu sagen, besser, will vermutlich keiner sagen. Bei der Rentenkasse aber schüren einige Abgeordnete den "Generationenkonflikt".

Natürlich wird auch vergessen zu erwähnen, daß es auch die Experten, Fachleute und Wirtschaftswaisen waren, die diesen Crash - zugegeben, erst einmal vorwiegend in den USA - herbeigeführt haben und das die Auswirkungen für Deutschland noch nicht absehbar sind. Es ist wohl nicht vermessen zu behaupten, daß man so (unbewußt natürlich) den "bösen Linken" Wählerpotential zuführt. Die Verursacher dieses Debakels werden wohl kaum von oben erwähnten Abgeordneten so harsch kritisiert werden wie die "Buhmänner von Rentnern".

Vielleicht geht bei der nächsten Wahl der Schuß sogar nach hinten los. Nach aller Erfahrung ist die Wahlbeteiligung der älteren Generation höher als die der jüngeren Generation und es sei an dieser Stelle angemerkt: nicht alle "Alten" leiden an Alzheimer...